Außergewöhnliche Ereignisse über Jahrhunderte

 

Bereits im 9. Jahrhundert ist angeblich eine "Villa Thuisbrunn" als Fundation der Kirche zu Forchheim erwähnt.

1007: "Tuosibruno" ist in der Schenkungsurkund Heinrich II. namentlich zuverlässig erwähnt.

1348 stiftet der Ritter Hiltpolt von Majental eine ewige Messe in der Kapelle zu Kairlindach.

1388: Die Burg Dewsbrunnen wird während des Städekrieges von den Nürnbergern teilweise zerstört.
Der Burghauptmann Hilpert von Majenthal und weitere dreißig Reiter werden gefangen genommen.

1403: Thuisbrunn wurde mit einer Reihe weiterer Orte dem Burggrafen Johann III. von Nürnberg zugesprochen.

1420: Der herzogliche Pfleger zu Lauf, Christof Leiminger, verbrennt den Ort in der Fehde mit dem Kurfürsten.

1449: Im Krieg des Markgrafen Albrecht Achilles gegen die Stadt Nürnberg wird Ort und Schloß Thuisbrunn größtenteils niedergebrannt.

1450: Thuisbrunn wird von dem Adelsgeschlecht der Egloffstein verwaltet.

1460: Die der heiligen Katharina geweihte Schloßkapelle im alten Friedhof wird zur Pfarrkirche erhoben und von einem Volkspriester betreut.

1528: Thuisbrunn wird durch die Reformation protestantisch. Der erste Pfarrer ist Dieter Solbert.

1553: Im zweiten Markgräflichen Kriegwurde die Burg Thuisbrunn abermals zerstört. Seit dieser Zeit liegt sie als Ruine. Nur ein Gebäude wurde wieder als Vogtswohnung gerichtet.

1631: Unter dem 30-jährigen Krieg hatte Thuisbrunn viel zu leiden. Plünderungen durch Tyllische und Pappenheimer Soldaten, Ein Jahr danach brannten die Kaiserlichen den Ort zum grßtenteil nieder. Auch die notdürftig reparierte Schloßruine werde abermals stark beschädigt.
In der Pfarrbeschreibung von 1864 wurde auf einige Besonderheiten in den Witterungsabläufen von Jahrzehnten und sonstigen Begebenheiten hingewiesen. Aber auch noch in späteren Jahren gab es Ereignissen die im Gedächtnis der Menschen hängen blieben.

1652: herrschte furchtbare Dürre.

1684: abermals furchtbare Dürre.

1704: In Neusles eine große Feuersbrunst.

1717-1719: Einquatierung des hochfürstlichen Leibregiments.

1726: Es gab eine schlechte Ernte. Anfang Dezember 1725 fiel starker Schnee, so dass der Getreidesamen unter dem Schnee verfaulte. Dann folgte im Frühjahr eine fürchterliche Hitze und im Sommer regnete es unterbrochen, so dass die Frucht ausgewachsen und schlecht war. Der Schnee war so tief, dass man bei einer Beerdigung aus Hammerthoos von Thuisbrunn und von Hammerthoos her anfangen musste den Schnee wegzuschaufeln.

1731: War wieder eine schlechte Ernte infolge furchtbaren Schnees und der infolge der großen Kälte bis in den Sommer liegen blieb.

1739: Von Michaeli 1739 bis Pfingsten 1740 war eine solche Kälte und fiel so tiefer Schnee, dass Hunderte von Menschen in der Gegend erfroren aufgefunden wurden.

1740: Am 15. Oktober fiel so tiefer Schnee, dass die Gipfel der mit Früchten vollhängenden Bäumen zerschlitzt wurden. Dass man vor Brechen und Krachen ganz furchtsam wurde. Dieses Brechen der Gipfel deutete Pfarrer Langenauer so: Auf dem nehmlichen Jahr erfolgten Tod hoher Männer, nehmlich des Kaisers Karl VI. und des Preußenkönigs Friedrich I..

1763: Ein Schwein tötete ein Kind. Das Schwein wurde sofort von einem Scharfrichter in Stücke zerhackt und eingegraben.

1769: Thusbrunn kommt nach dem Tode des Markgrafen Christian Friedrich durch Erbfolge zu Ansbach.

1791: Der Ort kommt nach der Abdankung des letzten Markgrafen zu Preußen.

1795: Der preussische Kanzleiinspektor Koeppel fertigt eine genaue Bestandsaufnahme von Thuisbrunn und seinen Orten.

1804: In Hohenschwärz war eine schreckliche Feuersbrunst, welche 10 Gebäude einäscherte.

1806: Thuisbrunn kommt zum Königreich Bayern. Das Vogtshaus wird zum Staatlichen Forstamt.

1817: War ein ein großes Hungerjahr.

1820: Unter Pfarrer Igler wurden Pfarr- und Schulhaus bedeutend erweitert, zu welchen Reparaturen König Max I. huldvollst 1.100 fl. bewilligte. Hand- und Spanndienste wurden von der Gemeinde geleistet.

1831: Am 31. Januar, dem kältesten Tag des Jahres brannten mittags um 1 Uhr vier Gebäude in Thuisbrunn ab, gleich unterhalb des Pfarrhauses. Da alles Wasser eingefroren und diese Gebäude mit Stroh gedeckt waren, so griff das Feuer so schnell um sich, dass man nichts als das Vieh retten konnte. In dem einen Gebäude lagen 20 Scheffel Getreide, von dem nur wenig gerettet werden konnte. Die Hitze war so stark, dass im Pfarrhaus mehrere Fenster zersprangen.

1840 bis 1880: Als Folge der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse stürzten viele Menschen in Schulden. Viele hofften durch Auswanderung nach Amerika das große Glück zu finden. Viele konnten
dort auch wieder Fuß fassen. Manche kamen aber auch wieder reumütig zurück.

1857: Die neue Kirche wird eingeweiht. Die baufällige Schloßkapelle abgetragen.

1858: Am 23. Juli gegen das Gebetläuten wurde die Umgebung Haidhofs von einem Hagelschlag und wütendem Sturmwind arg heimgesucht. Die Feldfrüchte wurden zerstört, Obstbäume fast ganz vernichtet, teils auf Jahre hinaus ihrer Fruchtbarkeit beraubt. Der Sturm wütete so heftig, dass unter anderem ein 1 1/2 Fuß dicker Birnbaum mitten entzwei gebrochen und die größere Hälfte 20 Schritt weit fortgeschleudert wurde. Zugleich entlud sich in den nächtlichen Stunden ein furchtbarer Gussregen, so dass an dem Haidhofer Weg gelegene Häuser von Thuisbrunn mehr oder weniger vom Wasser beschädigt wurden. Dem Bauern Strobel ertranken im Stall 6 jungen Schweine.

1860: In den unteren Teil des Schloßturms wurde eine Türe gebrochen. Dabei fand man eine Fuhre Menschenknochen die im Friedhof beigesetzt wurden.

1861: Am 2. Osterfeiertage im April schlug bei einem heftigen Gewitter der Blitz in das Haus des Webers Übel in Haidhof, zündete und legte in rasender Schnelligkeit ein Haus und Vier Scheunen in Schutt und Asche.

1875: Der Schulhausneubau wird begonnen. Die Kirchhofmauer wird gründlich renoviert.

1876: Ab diesem Jahr wurden in den Gemeinden die Personenstandsbücher eingeführt. Bis zu diesen Zeitpunkt wurden Geburten, Heiraten und Todesfälle in den Kirchenbüchern registriert.

1877: Die neue Schule wird an Johanni bezogen. Sie kostete "sicherlich" mehr als 21.000 fl. (Gulden). Die Kosten wurden vom Staatsärar getragen. Hand- und Spanndienste wurden von der Gemeinde unentgeltlich geleistet.

1879: Das alte Schulhaus erhält der Wirt Wölfel von hier durch Tausch.

1879-1882: Pfarrer Knappe: " Eine Prüfung der Vierjahresberichte der Pfarrer ergab folgendes Bild: In den letzten vier Jahren sind sieben Personen nach Amerika abgereist, davon jedoch wieder zwei zurückgekehrt, da die Verhältnisse drüben nicht so glänzend waren als sie ihnen brieflich geschildert wurden"

1891-1894: Pfarrer Stock: "Auswanderern hat der Pfarrer nicht mit Rat und Ermahnung zur Seite stehen können, da manchmal die Sache sehr im Geheimen betrieben worden ist. Meist wird von den Angehörigen der Auswanderer die Fürbitte der Gemeinde erbeten"

1895-1898: Pfarrer Kraußold stellte fest, dass nur eine Familie nach Amerika auswanderte. Weiter vermerkte Pfarrer Kraußold über die Eßsitten folgendes: "Der Gebrauch der Gabel beim Essen z.B. ist für gewöhnlich etwas Unbekanntes. Was nicht mit dem Löffel gegessen wird, wird mit dem Messer, das jedermann, Männlein wie Weiblein in der Tasche trägt, und mit dem Daumen zum Munde geführt. Nach dem Essen wird das Messer wieder eingesteckt, der Löffel am Tischtuch, wenn ein solcher benützt wurde, ein wenig abgewischt und in die Schublade geworfen". Seine Meinung zur Höflichkeit: "Die Eltern können über den Fehltritt ihrer Kinder nicht klagen, weil sie zur Antwort bekämen: Ihr habts auch nicht anders gemacht".

1910: Wird das Pfarrhaus und weitere 11 Anwesen an die Wasserleitung der Kasberggruppe angeschlossen.

1911: Große Trockenheit herrschte vom Frühjahr bis zum Herbst. Die Gerste wurde mit der Hand "gerupft", da sie für das Mähen zu kurz war.

1936: Durch einen Wolkenbruch wird das untere Dorf überschwemmt.

1945: Am 15. April rückte die Amerikanische Armee in Thuisbrunn ein.

1945: Am 30. Mai wurden durch einen Hagelschlag zahlreiche Fensterscheiben zerschlagen und auch die Feldfrüchte stark geschädigt. Auch bei den Obstbäumen gab es zahlreiche Schäden.

1947: Eine große Trockenheit zwang die Bauern dazu von den Sträuchern das Laub zu "strupfen" und es als Viehfutter zu verwenden. Teilweise wurde auch das Kartoffelkraut verfüttert. Dies führte aber zu Krankheiten und Vergiftungen bei den Tieren.

1956: Bei einem durch Schneeschmelze verursachten Hochwasser wurden teilweise Schäden verursacht. In Thuisbrunn wird ein Rathaus gebaut und im gleichen Jahr noch eingeweiht. (Bei den Schildbürgern gab es kein Licht, im Thuisbrunner Rathaus bis 1963 kein Wasser!).

1957: Im Rahmen einer Bürgerversammlung wird die Durchführung der Flurbereinigung abgelehnt.

1962: Die erste befestigte Straße wurde von der Buchwaldspitze über Hohenschwärz bis nach Thuisbrunn ausgebaut.

1963: Die Orte Hohenschwärz, Höfles und die restlichen Häuser von Thuisbrunn können an die neue Wasserleitung anschließen.

1966: Das neuerbaute Leichenhaus wird eingeweiht.

1967: Die Volksschule Thuisbrunn wird aufgelöst und in die Volksschule Gräfenberg eingegliedert. Das von der Kirchengemeinde gemietete Schulgebäude wurde zurückgegeben und ist nun Gemeindehaus.

1971: Thuisbrunn erhält ein Wappen. Es ist wie folgt beschrieben: Geviert von Silber und Schwarz, mit einem schmalen blauen Wellenbalken, belegt mit einem goldenen Quaderturm.

1973: In der Bürgerversammlung sprachen sich die Mehrheit der Bürger mit Mehrheit derFläche für die vordringliche Durchführung der Flurbereinigung aus. Der Gemeinderat stellte den Antrag bei der Flurbereingungsdirektion in Bamberg.

1975: Die Straße Thuisbrunn-Haudhof-Mittelehrenbach wurde ausgebaut. Als Kreisstraße FO 36 ist sie die näheste Verbindung zur Kreisstadt Forchheim.

1978: Am 1. Mai wurde die Gemeinde Thuisbrunn im Rahmen der Gebietsreforn in die Stadt Gräfenberg eingemeindet.

1982: Thuisbrunn feiert die vor 975 Jahren erstmalige Erwähnung des Namens "Tuosibruno". Außerdem waren es 125 Jahre seit die neue Kirche eingeweiht wurde. Sie bekam den Namen Katharinenkirche.

1982: An der Hohenschwärzer Kerwa wurden durch ein Hagelunwetter die Ernte und auch Autos stark geschädigt. Die Hagelhaufen lagen bis zu 5 Tage bis sie wegschmolzen.

1992: Die seit 1973 immer wieder beantragte Flurbereinigung und Dorferneuerung wird angeordnet.

2000: Die Orte Thuisbrunn, Hohenschwärz und Haidhof werden an die Kläranlage angeschlossen.

2002: Unter Leitung und großen Einsatz von Pfarrer Lauerbach und der Thuisbrunner Bevölkerung wird die "Alte Schule" aufwendig renoviert. Sie steht nun als Gemeinschaftshaus der Allgemeinheit zur Verfügung.

2004: Der Zehntscheunenverein erwirbt die Zehntscheune für die Ortsvereine.

2006: Die Pfarrstelle Thuisbrunn wird eine "Halbe Pfarrstelle".

2006: Am 31.12. findet ein Staffelauf von Obertrubach nach Weigelshofen statt. In Thuisbrunn werden die Läufer von der Stadtkapelle Gräfenberg begrüßt. An Bürgermeister Wolf wird eine Kopie der Schenkungsurkunde von 1007 überreicht. Um Mitternacht wird mit einem Feuerwerk das Jubiläumsjahr eingeleitet.

2007: Thuisbrunn feiert mit einer Reihe von Veranstaltungen die erstmalige urkundliche Erwähnung im Jahre 1007. Die Ländliche Entwicklung Bamberg plant den Abschluß der Ländlichen Neuordnung und der Dorferneuerung in Thuisbrunn.
Die Aufzeichnungen zeigen, dass auch schon vor hunderten von Jahren extreme Witterungsbedingungen, Unwetter, Feuersbrunst und schlechte wirtschaftliche Verhältnisse die Menschen manchmal in arge Bedrängnis brachten.
"Die gute alte Zeit hatte halt auch schon so manche Schattenseiten.
F.M.

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